Vorsorge: Beweglichkeit und Belastbarkeit prüfen in Kassel

Was sich verändert, ohne dass du es merkst

Beweglichkeit geht nicht auf einen Schlag verloren. Sie geht in Millimetern.

Deine Schulter kommt in diesem Jahr ein wenig weniger weit nach oben als im letzten. Du merkst es nicht, weil du die Bewegung im Alltag kaum brauchst. Du greifst etwas tiefer ins Regal, du drehst beim Rückwärtsfahren den Oberkörper ein Stück weniger und nimmst mehr Spiegel, du stehst beim Schuhebinden anders auf. Jede dieser Anpassungen ist für sich unauffällig.

Das Ergebnis siehst du erst, wenn etwas Ungewohntes dazukommt. Ein Umzug, eine neue Sportart, ein langer Flug, ein Sturz. Dann trifft eine ungewohnte Belastung auf einen Körper, der in den letzten Jahren stiller geworden ist, als du dachtest.

Ein Test für zwischendurch: Setz dich aufrecht hin, verschränke die Arme vor der Brust und dreh den Oberkörper einmal nach links und einmal nach rechts, so weit es ohne Zug geht. Merk dir, wie weit du jeweils kommst. Bei den meisten Menschen geht eine Seite deutlich weiter als die andere.

Ein Seitenunterschied allein ist kein Befund und wenn dabei etwas wehtut, hör auf. Er zeigt dir aber, dass dein Körper Dinge mit sich herumträgt, die du nicht auf dem Schirm hast. Genau diese Millimeter lassen sich messen und tasten, lange bevor sie wehtun.

Was ich in einem Vorsorgetermin mache

Der Termin dauert 60 Minuten und läuft in derselben Systematik ab wie eine Behandlung bei Beschwerden.

Zuerst das Gespräch: was du beruflich machst, wie du trainierst, welche Verletzungen und Operationen es gab, auch die, die zwanzig Jahre zurückliegen, und was du in zehn Jahren noch machen können willst.

Dann die Untersuchung. Ich sehe mir an, wie du gehst, stehst, dich beugst und drehst, und prüfe die Beweglichkeit Gelenk für Gelenk im Seitenvergleich, von den Füßen bis zur Halswirbelsäule. Dazu taste ich Muskulatur, Bindegewebe und Gelenke ab.

Danach behandle ich die Regionen, die deutlich hinter der Gegenseite liegen und du bekommst eine Einschätzung mit, was mir aufgefallen ist, was ich für Gewohnheit halte, was für eine alte Verletzung und woran du in den nächsten Monaten selbst arbeiten kannst.

Was ich dir nicht verspreche

Es gibt keine Studie, die zeigt, dass eine osteopathische Behandlung heute Beschwerden in zehn Jahren verhindert. Wer dir das zusagt, weiß mehr als die Forschung.

Was der Termin liefert, ist eine Bestandsaufnahme. Du erfährst, wo dein Körper eingeschränkter ist, als dir bewusst war und du bekommst eine Einschätzung von jemandem, der den ganzen Tag Bewegungsapparate untersucht. Was du daraus machst, entscheidest du.

Was tatsächlich zählt

Die Dinge, die darüber entscheiden, was du mit siebzig noch selbst machen kannst, sind bekannt und unspektakulär: Bewegung, Kraft und die Fähigkeit, Belastung wegzustecken. Das ist überwiegend deine Arbeit, nicht meine.

Meine Rolle liegt daneben. Ich prüfe, was dich dabei bremst, arbeite mit den Händen daran, und sage dir, welche Bewegung in deinem Training gerade fehlt. Wer Jahr für Jahr dieselben drei Übungen macht, verliert die Bewegungen, die darin nicht vorkommen und merkt es zuletzt. Wenn du ohnehin trainierst, ist das der sinnvollste Zeitpunkt für einen solchen Termin, weil du mit der Einschätzung sofort etwas anfangen kannst.

Wann ein Vorsorgetermin sinnvoll ist

Vier Situationen sehe ich am häufigsten. Da ist die Person, die regelmäßig trainiert und seit Monaten an derselben Grenze steht. Dann jemand, der viel sitzt und wissen will, was das bisher angerichtet hat. Häufig kommt auch, wer eine alte Verletzung mitbringt, die längst verheilt ist und den Körper trotzdem noch beschäftigt. Und schließlich Menschen jenseits der fünfzig, die weiter Rad fahren, Ski laufen oder im Garten arbeiten wollen.

Kosten

Viele gesetzliche Krankenkassen bezuschussen Osteopathie, private Versicherungen und Zusatzversicherungen erstatten nach Tarif. Alles zu Erstattung und Abrechnung steht unter Kosten

  • Erstbehandlung (ca. 60 Min.): 120 €
  • Folgebehandlung (ca. 60 Min.): 100 €
  • Studenten (ca. 60 Min.): 90 €
  • Privatpatienten: Abrechnung nach GebüH

Häufige Fragen

Eine Bestandsaufnahme. Du erfährst, welche Bewegungen dir schon fehlen, ohne dass es dir aufgefallen ist, und was davon zu deinem Alltag passt. Manche gehen mit zwei Übungen wieder raus, manche mit der Auskunft, dass alles im Rahmen ist.

Eine belegte Zahl dafür gibt es nicht, und ich erfinde keine. Viele kommen ein- bis zweimal im Jahr, manche vor einer Sportsaison oder nach einer langen Belastungsphase. Behandlungsabos gibt es bei mir nicht.

Nein, und das soll es auch nicht. Kraft baust du im Training auf. Ich sehe mir an, was dich dabei einschränkt.

Weder noch. Für die Zwanzigjährige nach der ersten Bandscheibengeschichte gilt dasselbe wie für den Siebzigjährigen, der weiter Rad fahren will: Es geht um den Zustand, nicht um das Geburtsjahr.

Das hängt von deinem Vertrag ab und davon, was ich finde. Die Rechnung bildet ab, was untersucht und behandelt wurde, und eine deutliche Bewegungseinschränkung ist ein Befund, auch wenn sie dir bisher keine Schmerzen gemacht hat. Gesetzliche Kassen verlangen für einen Zuschuss meist eine ärztliche Empfehlung, die vor dem Termin vorliegen muss. Private Versicherungen und Zusatzversicherungen erstatten nach Tarif. Frag am besten vorher bei deiner Versicherung nach, was sie braucht. Die Einzelheiten zur Abrechnung stehen unter Kosten.

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