Was ist Osteopathie?

Was ein Osteopath tatsächlich macht

1

Anfang steht das Gespräch

Wann haben die Beschwerden angefangen, was macht sie besser, was schlechter, wie sieht der Alltag aus, welche Verletzungen und Operationen gab es.

2

Danach folgt die Bewegungsprüfung

stehen, gehen, beugen, drehen, im Seitenvergleich.

3

Der dritte Teil ist das Tasten

Mit den Händen lassen sich Beweglichkeit, Gewebespannung und Empfindlichkeit prüfen, an der schmerzenden Region und an anderen Stellen. Zuletzt die Behandlung selbst, ebenfalls mit den Händen, an Gelenken, Muskulatur und Bindegewebe, dazu Übungen für zu Hause.

Alles davon läuft über Hände und Bewegung. Spritzen und Medikamente gehören nicht dazu.

In meiner Praxis sehe ich jeden Tag unterschiedliche Beschwerdebilder. Der Schmerz ist dabei der Ausgangspunkt, er zeigt mir, wo dein Körper gerade nicht zurechtkommt. Wo das herkommt, ergibt sich erst aus dem Gesamtbild: aus der körperlichen Untersuchung, aus dem, was dein Alltag von dir verlangt, und aus deinen Gewohnheiten.

Woher die Osteopathie kommt

Begründet hat sie der amerikanische Arzt Andrew Taylor Still, der 1874 in Missouri anfing, seine Behandlungsweise als eigenes System zu beschreiben. Die Medizin seiner Zeit hatte wenig anzubieten und Still suchte nach etwas, das er mit den Händen erreichen konnte.

Viele seiner Erklärungen aus dem 19. Jahrhundert halten dem heutigen Wissensstand nicht stand. Geblieben ist die gründliche Untersuchung mit den Händen und die Zeit, die dafür nötig ist. Dazugekommen ist in den letzten Jahrzehnten das Wissen darüber, wie Schmerz im Nervensystem entsteht und verarbeitet wird. Beides zusammen ist das, was gute Osteopathie heute ausmacht.

Die drei Bereiche der Osteopathie

Innerhalb des Fachs wird zwischen drei Bereichen unterschieden.

Der parietale Bereich umfasst Gelenke, Muskeln, Sehnen und Bindegewebe, also den Bewegungsapparat.

Im viszeralen Bereich geht es um die Aufhängung und Verschieblichkeit der inneren Organe im Bindegewebe.

Der kraniosakrale Bereich betrifft Schädel, Kreuzbein und die Hüllen des Nervensystems.

In der Praxis werden diese Bereiche nicht getrennt behandelt, sie beschreiben eher, wo jemand ansetzt. Untersucht sind sie unterschiedlich gut. Am meisten Studien gibt es zum parietalen Bereich, also zur Arbeit am Bewegungsapparat.

Unterschied zu Physiotherapie und Massage

Die drei werden häufig verwechselt, obwohl sie unterschiedlich funktionieren.

Eine Massage arbeitet überwiegend an Muskulatur und Gewebe, in aller Regel in der Region, um die es geht.

Physiotherapie wird ärztlich verordnet, richtet sich nach dem Heilmittelkatalog und setzt einen Schwerpunkt auf aktive Übungen und Belastungsaufbau. Dauer und Umfang gibt die Verordnung vor.

Osteopathie wird privat bezahlt, braucht keine Verordnung und untersucht den ganzen Körper, auch Regionen ohne Beschwerden. Der Termin ist deshalb länger.

Die drei schließen sich nicht aus. Viele Menschen nutzen mehrere davon und in einigen Fällen ergänzen sie sich.

Was die Forschung zeigt

Viele wollen vor dem ersten Termin wissen, ob sich die Wirkung belegen lässt. Die Antwort hat zwei Teile.

Am besten untersucht sind Rückenschmerzen. Eine Übersichtsarbeit aus 15 Studien mit 1.502 Teilnehmenden (Franke et al., 2014) fand bei unspezifischen Rückenschmerzen Effekte auf Schmerz und Alltagsfunktion, die die Autoren als klinisch relevant einstufen. Dieselben Autoren halten fest, dass größere Studien nötig sind.

Allgemein muss man festhalten, Behandlungen mit den Händen lassen sich schwerer untersuchen als Tabletten. Bei einem Medikament weiß weder die Patientin noch die Ärztin, wer den Wirkstoff bekommt. Bei einer Behandlung mit den Händen weiß ich immer, was ich tue und eine Scheinbehandlung ist immer noch Berührung. Eine Studie, die genau das herausrechnen will, misst deshalb etwas anderes als das, was in einer Praxis tatsächlich passiert.

Gut untersucht ist dafür etwas anderes und das ist der interessantere Teil: wie stark Zeit, Zuwendung und eine verständliche Erklärung auf Schmerz wirken. In großen Auswertungen zu Rückenschmerzen und zu Arthrose geht der größere Teil der Besserung auf genau diese Begleitumstände zurück, quer durch alle Behandlungsformen, von Medikamenten bis zu Übungen.

Für mich sind das keine Störgrößen. Es sind Werkzeuge, mit denen ich arbeite. Deshalb plane ich 60 Minuten ein, höre zuerst zu und erkläre dir am Ende, was ich gefunden habe. Das ist der Teil meiner Arbeit, für den die Forschung am deutlichsten spricht und ich sage dir jederzeit, was sich belegen lässt und was aus Erfahrung kommt.

Wofür Osteopathie nicht zuständig ist

Der Zuständigkeitsbereich ist begrenzt. Er liegt beim Bewegungsapparat und bei Beschwerden, die damit zusammenhängen.

Alles, was ärztlich diagnostiziert und behandelt gehört, gehört dorthin. Das gilt für Notfälle, für Erkrankungen, die Medikamente brauchen und für alles, wozu Bildgebung oder Laborwerte nötig sind. Eine osteopathische Untersuchung ersetzt keine ärztliche Diagnose und ein Osteopath, der dir sagt, du könntest deine Medikamente absetzen, überschreitet seine Grenzen.

Bei Beschwerden nach einem Unfall, bei Lähmungen, Atemnot oder plötzlichem heftigstem Kopfschmerz geht es zuerst zur Ärztin oder zum Arzt, in die Notaufnahme oder über die 112.

Wer in Deutschland osteopathisch behandeln darf

Das ist der Punkt, an dem die meisten überrascht sind: “Osteopath” ist in Deutschland keine geschützte Berufsbezeichnung und ein eigenes Berufsgesetz gibt es bis heute nicht. Der Begriff allein sagt also wenig darüber aus, wie lange jemand ausgebildet wurde.

Was geregelt ist, ist die Behandlung selbst. Wer eigenverantwortlich behandeln will, braucht die Erlaubnis zur Ausübung der Heilkunde, also die Approbation als Ärztin oder Arzt oder die Erlaubnis als Heilpraktikerin oder Heilpraktiker. Physiotherapeutinnen und Physiotherapeuten arbeiten im Rahmen einer ärztlichen Verordnung.

Für dich heißt das: Frag nach. Umfang und Dauer der Ausbildung und die Heilerlaubnis sind zwei Dinge, die sich überprüfen lassen. Meine stehen unter Über mich

Wie es bei mir abläuft

Ich nehme mir 60 Minuten pro Termin, für die Erstbehandlung wie für jede weitere. Untersuchung, Behandlung und Erklärung finden im selben Termin statt.

Wie das im Einzelnen aussieht, steht unter Schmerzen und Verspannungen. Die Preise stehen unter Kosten.

Kosten

Viele gesetzliche Krankenkassen bezuschussen Osteopathie, private Versicherungen und Zusatzversicherungen erstatten nach Tarif. Alles zu Erstattung und Abrechnung steht unter Kosten

  • Erstbehandlung (ca. 60 Min.): 120 €
  • Folgebehandlung (ca. 60 Min.): 100 €
  • Studenten (ca. 60 Min.): 90 €
  • Privatpatienten: Abrechnung nach GebüH

Häufige Fragen

Für Rückenschmerzen gibt es Studien, die positive Effekte osteopathischer Behandlung zeigen. In den USA ist die Osteopathie fester Teil der Medizin: Osteopathische Ärzte (Doctor of Osteopathic Medicine, D.O.) absolvieren ein vollständiges Medizinstudium mit zusätzlicher Ausbildung in osteopathischen Techniken und haben dieselbe ärztliche Approbation wie ihre Kollegen mit M.D.-Abschluss. In Deutschland arbeiten Osteopathen als Ärzte oder mit Heilpraktikererlaubnis. Ziel der Behandlung ist es, Bewegungseinschränkungen im Gewebe zu lösen und die Selbstregulation deines Körpers zu unterstützen.

In der Regel nicht. Gearbeitet wird mit Druck und Bewegung in einem Bereich, den du gut aushältst, und du kannst jederzeit unterbrechen. Am Tag danach spüren manche Menschen etwas, das sich wie leichter Muskelkater anfühlt.

Das hängt davon ab, wie lange die Beschwerden bestehen und was im Alltag dazu beiträgt. Eine feste Zahl, die für alle gilt, gibt es nicht. Von Behandlungsplänen, die über viele Monate im Voraus festgelegt werden, halte ich wenig.

Für einen Termin nicht. Wenn du einen Zuschuss deiner Krankenkasse möchtest, verlangen die meisten Kassen eine ärztliche Empfehlung, und zwar bevor die Behandlung stattfindet.

Die Preise meiner Praxis und alles zu Erstattung und Abrechnung stehen unter Kosten

Termin vereinbaren