Verlangen nach … – verstehen und kontrollieren!?

Warum haben wir Verlangen nach fettigen, hochkalorischen Gerichten, wenn wir genau wissen, dass sie nicht gesund sind? Langfristig können Pizza und Co. nicht nur zum Übergewicht, sondern auch zu metabolischen Erkrankungen führen und unsere Lebenspanne verkürzen.

Während Hunger eine Motivation zur Aufnahme von unspezifischer  Nahrung (Kalorien) darstellt, ist Verlangen eine Motivation zur Aufnahme von spezifischen Lebensmitteln. Woher diese spezifische Motivation stammt, ist von der Forschung weitestgehend geklärt. Sie hat ihren Ursprung in anderen Gehirnarealen als der Hunger. Das menschliche Gehirn verfügt über fest verankerte Grund-Motivationen (Bedürfnisse)  wie Überleben, Reproduktion, soziale Kontakte, Wasser und Nahrung. Im Laufe unseres Lebens lernen wir einige diese Bedürfnisse besonders effizient zu erfüllen.

Können wir unsere Bedürfnisse decken, wird das Hormon Dopamin ausgeschüttet, welches in bestimmten Hirnarealen wirkt. Dopamin ist im Volksmund als Glückhormon bekannt und ist in diesem Fall verantwortlich für den Lernprozess. Je mehr Dopamin ausgeschüttet wird, umso wahrscheinlicher ist es, dass wir ein Bedürfnis auf die gleiche Weise befriedigen.

Studien zeigen, dass spezifische Sensoren in Mund und Dünndarm Glucose, Fructose, Fettsäuren sowie Aminosäuren aus Proteinen, Fetten und Zucker (aufgenommene Nahrung) erkennen und unser Gehirn darauf Dopamin ausschüttet. Je höher der Nährstoffgehalt, desto mehr Dopamin wird ausgeschüttet.

Nehmen wir also wieder unsere hochkalorische, nährstoffreiche Pizza als Beispiel. Unser Körper nimmt die Nährstoffdichte wahr, worauf er Massen von Dopamin ausschüttet. Damit signalisiert er uns, dass Pizza eine Spitzenquelle für Fette und Kohlenhydrate ist. Unser Verlangen nach Pizza wird verstärkt.
In früheren Zeiten war dieser Mechanismus  vermutlich überlebenswichtig, als es noch schwierig war an Lebensmittel mit hohen Nährstoffdichten heranzukommen. Es führte unsere Vorfahren zu Nahrungsmitteln, die sie am Leben hielten. Weitere Beispiele sind Schokolade und Kaffee. Schokolade ist nicht nur fett- und zuckerreich,  es enthält auch noch die Substanz Theobromin (mit Coffein verwandt). Diese Stoffe wirken teilweise auf denselben Wegen wie Dopamin und können Menschen in ein Abhängigkeitsverhalten führen.

Heutzutage ist es sehr simpel an Nahrung mit hoher Nährstoffdichte heranzukommen. Außerdem befinden wir uns selten in Gefahr. Unser Gehirn jedoch will immer Kalorien einsparen und uns zum Ausruhen animieren, um für schlechte bzw. „magere“ Zeiten bereit zu sein.

Wenn man weiß wie Verlangen entsteht, kann man versuchen es zu bekämpfen. Der einzige natürliche Weg besteht darin, sich den „ungesunden“ Stoffen nicht auszusetzen. Wenn sich ungesundes Essen nicht in der unmittelbaren Nähe befindet, ist es leichter darauf zu verzichten. Man sollte versuchen diese Nahrungsmittel gar nicht erst einzukaufen, um nicht in Versuchung zu geraten.

By |2018-12-08T09:12:21+02:00August 15th, 2017|Osteopathie und Gesundheit|0 Comments
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Konstantin Besel

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